Giftstoffe bei der Altbausanierung – eine Gesundheitsgefahr

Asbest

Wann ist Asbest im Haus gesundheitsschädlich ?

Asbest im Haus ist nicht grundsätzlich gefährlich. Erst wenn man das entsprechende Materialgefüge zerstört, in welchem diese Fasern „eingebaut“ sind, kann es zu Problemen kommen: Beim Sägen, Bohren, Schleifen, Brechen, usw.  löst man die Asbestfasern ab. Sie gehen dann in die Raumluft über. Ist beispielsweise asbesthaltiger Kleber unter den Bodenfliesen vorhanden besteht zunächst keine Gesundheitsgefahr. Vorsicht ist geboten, wenn man die Fliesen eines Tages einmal ausbauen möchte: Dann bietet es sich an, die entsprechenden Materialien von einem Gutachter für Schadstoffe im Haus auf Asbest testen zu lassen.

Gefährlicher als Asbestzement (=starkgebundenes Asbest) ist Spritzasbest (=schwachgebundenes Asbest). Hier reichen nämlich bereits kleinere Erschütterungen, um die gesundheitsgefährdenden Fasern freizusetzen. Dieses Material wurde in Gebäuden verwendet, um z.B. Dächer, Wände, Decken, Pfeiler, Stützen, Schächte oder Kanäle zu beschichten (Brandschutz, Wärmeschutz).

Bei schwachgebundenen Asbestfasern liegt der Faseranteil in der Regel bei über 60 Prozent und damit viel höher als bei anderen Asbestprodukten.

Wie erkennt man asbesthaltige Baumaterialien ?

Asbesthaltige Materialien in Häusern zu erkennen ist nicht ganz einfach. Mit bloßen Auge ist da nichts zu machen. Diese Fasern sind wie alle anderen künstlichen Mineralfasern zudem geruchlos und geben keinerlei Strahlung ab. Deshalb kann man sie mit anderen üblichen baubiologischen Messgeräten vor Ort auch nicht finden.

Das Baujahr liefert Hinweise auf Asbest im Haus

Der Baustoff wurde beim Hausbau in Deutschland etwa zwischen 1930 und 1993 eingesetzt. Ein EU-Weites Verbot erfolgte im Jahre 2005. Spritzasbest ist in Westdeutschland bereits seit 1979 verboten. Eternitplatten wurden ab dem Produktionsjahr 1990 ohne diese gesundheitsschädlichen Fasern hergestellt. Auch Eternitplatten können Sie auf Asbest testen lassen.

Bei Gebäuden aus dieser Zeit kann es gut sein, dass Asbest z.B. in der Dachdeckung oder der Fassade (Eternitplatten, Asbestzementschiefer, Putz) enthalten ist. Auch in alten Bodenbelägen samt Kleber, sowie in Spachtelmassen ist es dann oft zu finden.

Wer sich unsicher ist, ob sein Haus asbesthaltige Materialien enthält, sollte vor Renovierungsarbeiten die entsprechenden Baustoffe auf Asbest prüfen lassen. Ein geschulter Gutachter steht Ihnen hier zur Seite.

Asbest im Haus testen lassen

Asbestfasern in Baumaterialien (Bild: Competenza GmbH)

Asbestfasern haben meistens eine graue oder grünlich-graue Farbe. Die Struktur ist faserig. Allerdings sind die Fasern in der Regel nicht in „Reinform“ vorhanden. Meistens ist der gesundheitsschädliche Stoff in festgebundener Struktur mit anderen Baustoffen wie Zement verarbeitet und ist dann nur noch schwer zu identifizieren. Als Dichtschnüre in alten Öfen oder Kaminen können die schwach gebundenen Fasern im Originalzustand zu erkennen sein.

Produktbezeichnungen mit enthaltenen Asbestfasern prüfen

Möglicherweise findet man Hinweise auf die Produktbezeichnung / Handelsbezeichnung von asbesthaltigen Baustoffen in Gebäuden.

Diese sind zum Beispiel:

  • Asbestzement: Eternit, Baufanit, Fulgurit
  • Bodenbeläge: Novilon
  • Spritzasbest und Stopfmaterialien: Baufatherm, Neptunit, Sokalit

Im Zweifelsfall kann ein Gutachter für Schadstoffe im Haus die Materialien auf Asbest testen lassen.

Asbest in Nachtspeicheröfen und Elektrogeräten

Asbest kommt bis zum Jahr 1987 ebenfalls in Nachtspeicherheizungen vor.  Hier ist es in Bauteilen wie Isolator, Kernträgerplatte, Flanschdichtungen und in Dämmplatten als Hitzeschutz zu finden. Identifizieren kann man asbesthaltige Geräte anhand spezieller Asbestlisten (Gerätetyp ist meist auf einem Typenschild abzulesen). Zudem geben die Hersteller in der Regel Auskunft über eine mögliche Asbestbelastung.

Weiterhin kann Asbest ist in alten Toastern, Backöfen, Bügeleisen und anderen Elektrogeräten enthalten sein.

Wie lange fliegt Asbest im Haus durch die Luft ?

Wenn man die Asbest im Haus freisetzt, fliegen die Fasern noch eine gewisse Zeit in der Raumluft herum. Das hängt von der Faser-Menge und der individuellen Belüftungssituation in den Gebäuden ab. Die Fasern sind so klein und leicht, dass sie selbst durch einen sanften Luftzug aufgewirbelt werden. Wenn man beispielsweise einmal in ein asbesthaltiges Material hineingebohrt hat, sollt man für ca. 15-30 Minuten auf Durchzug lüften und den Raum verlassen. So wird man einen Großteil der herumfliegenden Partikel wieder los.

Wann ist ein Gutachter für Schadstoffe im Haus sinnvoll ?

Wohngifte können zu einer Gesundheitsgefahr für die Bewohner werden. Insbesondere bei Gerüchen oder bei unspezifischen Symptomen sind Do-It-Yourself-Tests genauso wenig zu empfehlen, wie bei Schimmelverdacht. Hier sollten Sie unbedingt einen Gutachter für Schadstoffe im Haus zu Rate ziehen. Besonders bei Streitigkeiten mit dem Mieter / Vermieter, Handwerker oder Möbellieferanten kann eine solcher Fachmann meistens genauere Ergebnisse zur Schadstoffquelle liefern. Dessen unabhängige Expertise wird von allen beteiligten Parteien eher akzeptiert.

Asbest sollten Sie von einem Profi testen lassen, damit bei der Probennahme nicht mehr Fasern freigesetzt werden als unbedingt notwendig.