Schimmelarten – Hefen – Bakterien

Es gibt mehr als 100.000 Schimmelarten in der Umwelt, wobei ca. 150-200 in Innenräumen relevant sind. Nachfolgend sind einige kritische Arten und deren Eigenschaften aufgeführt. Sie sollten in Häusern und Wohnungen nicht oder nur selten vorkommen. Es besteht bei längerfristigem Kontakt die Gefahr von Schimmel-Erkrankungen. Lassen Sie deshalb eine Schimmelanalyse durchführen.

Diese SchimmelartAspergillus niger” wird aufgrund seiner dunklen Sporen auch Schwarzschimmel genannt. Diese dunklen Sporen sind sehr deutlich erkennbar.

Er ist ein weit verbreiteter Lebensmittelverderber und Materialzerstörer und kommt weltweit im Erdboden vor. Dieser Schimmelpilz kann Papier und Packstoffe ebenso wie Leder und Farben, ja sogar Kunststoffe und optische Gläser zerstören.

Sein Wachstumsoptimum liegt zwischen 35-37 °C, das Minimum bei 6-8 °C, das Maximum zwischen 45-47 °C. Sporen von Aspergillus niger überstehen feuchte Kälte bei –22 °C nicht. Der pH-Bereich liegt zwischen 1,5 – 9,8 – mit anderen Worten, Aspergillus niger ist in der Lage, sowohl stark saure als auch alkalische Umgebungen zu tolerieren. Er ist ein xerophiler, d. h. trockenheitsliebender Pilz und kann die Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) Oxalsäure und Kojisäure bilden.

Eine Schimmelentfernung von Aspergillus ist mit herkömmlichen Schimmelmitteln in der Regel nicht ausreichend.

Erkrankungen:

Durch “Aspergillus niger” hervorgerufene Krankheiten umfassen neben allergischen Reaktionen, Infektionen des äußeren Gehörganges, Lungen-Aspergillosen, Bauchfellentzündungen, chronische Bronchitis, Asthma-ähnliche Beschwerden, Entzündungen der Herzinnenhaut, Erkrankungen der Nägel auch Infektionen der Haut.

Diese Schimmelart gehört zu den sog. Dematiaceae (Schwärzepilze), da die Hyphen oder Hyphenteile durch Melanin-Einlagerungen schwärzlich-braun gefärbt sein können.

Man findet Chaetomium häufig auf Cellulose wie Papier, Tapeten und Bücher nach Feuchteschäden.

Kolonien von Chaetomium sp. wachsen oftmals sehr schnell und bilden ein weißes, wolliges Myzel. In älteren Kolonien entwickeln sich oft kleine Fruchtkörper, sog. Perithecien, welche die Verbreitungseinheiten der sexuellen Fortpflanzung, die Ascosporen, freisetzen. Die Fruchtkörper erscheinen als kleine schwarze Kügelchen in der Größe eines Stecknadelkopfes.

Erkrankungen:

Solche Schimmelarten können zu Infektionen führen, die allgemein unter den Begriff der Phaeohyphomykosen fallen. Dieser Typ von Mykosen wird durch Pilze hervorgerufen, die braun bis schwarz gefärbte Hyphen haben. Für Chaetomium-Spezies wurden bereits Infektionen verschiedener innerer Organe des Menschen (Gehirn-Abszess, Baufellentzündung) sowie der Haut und der Nägel beschrieben. Zu ihrer Therapie stehen Antibiotika wie Amphotericin B, Ketoconazol und Itraconazol zur Verfügung.

Einige Chaetomium Arten bilden die Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) Chaetomin oder Sterigmatoxystin.

Zur Gattung der Chaetomium gehören folgende Arten:

  • Chaetomium globosum, Chaetomium comosum, Chaetomium indicum, Chaetomium murorum, Chaetomium spirale

Cladosporium-Schimmelarten sind sehr häufig in der Außenluft vorhanden (“Allerweltsschimmel”) und kommen bevorzugt in Sumpfgebieten, im Wald und in Gärten vor, da sie gerne auf verfaulten Pflanzen bzw. auf Laub wachsen. Außerdem trifft man sie in Gewächshäusern, in schlecht gereinigten Kühlschränken und Lebensmitteln an. Auch auf Textilien, z. B. Leinenstoffen, wächst Cladosporium. Er kann im Sommer bis zu 90% aller luftgetragenen Schimmelpilze der Außenluft ausmachen. Sie sind die häufigsten Schimmelpilze der Außenluft und in nahezu allen Teilen der Erde mit Ausnahme der polaren Regionen zu finden.

Für die Gattung Cladosporium sind derzeit mehr als 50 Arten beschrieben. Die häufigsten Arten sind Cladosporium herbarum und Cladosporium cladosporioides.

Der Pilz zählt zu den sog. Schwärzepilzen (Dematiaceae), da sich die Sporen und Teile der Hyphen durch Melanin-Einlagerungen braun bis schwarzbraun anfärben. Diese Schimmelpilze kommen auch sehr häufig im Innenraum vor, wo sie neben anderen Schwärzepilzen wie z. B. Alternaria, Curvularia oder Ulocladium zu schwarzen Verfärbungen auf Mauerwerk und Einrichtungsgegenständen führen können.

Da man sich einem Kontakt mit Cladosporium kaum entziehen kann, gehen viele allergische Reaktionen gegen Schimmelpilze auf diese Gattung zurück.

Derzeit sind etwa 10 Allergene von Cladosporium bekannt. Einen sicheren Befund kann nur die Untersuchung der spezifischen Immungloboline der IgE-Gruppe im Blutserum geben.

Erkrankungen:

Als Krankheitserreger können Cladosporium – Schimmelarten zu opportunistischen Infektionen bei immungeschwächten Personen führen.

Er kann allergische Reaktionen wie z. B. Fließschnupfen, Husten, Niesanfälle, Nesselfieber oder Asthma auslösen (Schimmelpilzallergie). Besonders empfindliche Personen sollten deshalb Gartenarbeit (vor allem Rasenmähen) unterlassen.

Zur Gattung Cladosporium gehören folgende Arten:

  • Cladosporium cladosporioides, Cladosporium herbarum, Cladosporium sphaerospermum, Cladosporium resinae, Cladosporium marcocarpum

Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus beschrieb der griechische Arzt Hippocrates die Symptome einer Erkrankung, die rückblickend als eine Hefe-Infektion interpretiert werden kann. Allerdings erst 1839 gelang durch Langenbeck der mikroskopische Nachweis von Hefezellen, welche als Erreger einer Infektion erkannt wurden. Hier wurde zum ersten Mal die humanpathogene Hefe Candida albicans beschrieben. Heute zählt Candida albicans zu den häufigsten Erregern bei einer Hefe-Infektion, einer sog. Candidiasis.

Erkrankungen:

Bis heute sind nunmehr 17 Arten der Gattung Candida bekannt, welche zu Erkrankungen beim Menschen führen können. Dazu zählen vor allem neben Candida albicans die Arten C. tropicalis, C. krusei, C. famata und C. glabrata. Neben Candida-Arten können auch Hefen wie Cryptococcus neoformans, Blastoschizomyces capitatus, Rhodotorula rubra, Hansenula anomala und Trichosporon beigelii zu schweren Erkrankungen führen.

Die hierbei betroffenen Organe oder Körperteile des Menschen reichen von Blut, Lunge und Nägeln über Herzklappen, Bauchfell, Nieren, Harnblase bis zu Lymphknoten, Herzbeutel, Milz und Zentralnervensystem. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt oder falsch therapiert, weil sie mit einer bakteriellen Infektion verwechselt wird, so kann es zu lebensbedrohlichen Zuständen durch Versagen der betroffenen Organe kommen. Da die schweren Infektionen aber oftmals durch die Verschmutzung zentraler Venenkatheter nach operativen Eingriffen im Krankenhaus erfolgen, können die Patienten meist sofort einer entsprechenden Behandlung unterzogen werden.

Insgesamt betrachtet liegen die Hefe-Infektionen in ihrer Bedeutung noch weit hinter den bakteriellen Erkrankungen zurück. Es muss jedoch in Zukunft mit einer Fortsetzung des Trends zu mehr Hefe-Infektionen gerechnet werden.

Die Bakterien (Bacteria) „Stäbchen“ bilden neben den Eukaryoten und Archaeen eine der drei grundlegenden Domänen, in die heute alle Lebewesen eingeteilt werden.

Traditionell wird die Bezeichnung „Bakterien“ in der Mikrobiologie für alle mikroskopisch kleinen, meistens einzelligen Organismen gebraucht, die keinen echten Zellkern besitzen und deshalb zu den Prokaryoten gehören.

Bakterien sind Prokaryoten. Das bedeutet, ihre DNA ist nicht in einem vom Cytoplasma durch eine Doppelmembran abgegrenzten Zellkern enthalten wie bei Eukaryoten. Bei ihnen liegt die DNA wie bei allen Prokaryoten frei im Cytoplasma – zusammengedrängt in einem engen Raum, dem Nucleoid.

Über dreihundert Jahre nach der Beschreibung der ersten Bakterien im Jahre 1676 und trotz unzähliger schon beschriebener Arten ist anzunehmen, dass die große Mehrheit (ca. 95 bis 99 %) aller auf unserem Planeten existierenden Bakterienarten noch nicht näher bekannt ist (Stand: 2006).

Lebensweise:

Lebensweise und Stoffwechsel der Bakterien können sehr verschieden sein. So gibt es solche, die Sauerstoff benötigen. Bakterien, für die Sauerstoff Gift ist und andere, die sowohl Sauerstoff als auch Sauerstoffmangel aushalten.

Einige sind zur Photosynthese fähig, zum Beispiel die früher auch Blaualgen genannten Cyanobakterien. Bakterien, die sich extremen Umweltbedingungen angepasst haben, nennt man Extremophile.

Die weitaus meisten Bakterien leben in der Natur in Form von Biofilmen

Schimmelarten von Fusarium kommen sehr häufig in Futtermitteln, Lebensmitteln, Getreide, Anstrichen und Tapeten vor. Viele Fusarium-Arten sind Pflanzenparasiten und bilden Schimmelpilzgifte.

Die Gattung Fusarium ist eine große Gruppe von pflanzenschädigenden  Schimmelpilzen.  Daher sind Fusarium-Schimmelarten auch wichtige Kulturschädlinge für Feldfrüchte und Getreide.

Deren Sporen werden nicht in erster Linie durch den Wind, sondern durch Tiere verbreitet. Dazu hüllt dieser Pilz  seine Sporen mit einer klebrigen Flüssigkeit ein, die eine Anheftung an Vogelfedern oder Fellen begünstigt.  Weiterhin sind die Sporen nicht durch die Einlagerung von Farbstoffen wie Melaninen oder Carotinoiden gegen die Einwirkung von UV-Licht geschützt. Trotzdem kommen Vertreter von Fusarium fast in der gesamten Umwelt vor. Ihre Sporen werden auf Lebensmitteln, Futtermitteln, Textilien und sogar in Ölen und Kühlschmierstoffen gefunden. Bestimmte Fusarien – Arten wachsen können sogar unter Luftabschluss. Die meisten anderen Schimmelpilze brauchen Luftsauerstoff zum Überleben.

Erkrankungen:

Als Krankheitserreger geht von der Gattung Fusarium insbesondere die Gefahr durch Schimmelpilzgifte aus. Eine Aufnahme durch den Mund (verdorbene Nahrungsmittel) ist also unbedingt zu vermeiden.

Zur Gattung Fusarium gehören z.B. folgende Schimmel-Arten:

Fusarium oxysporum, Fusarium poae, Fusarium sambucinum, Fusarium solani

Schimmelart Mucor

Schimmelart Mucor unter Lichtmikroskop

Die Schimmelarten der Gattung Mucor sind zusammen mit Vertretern der Gattungen Absidia, Rhizomucor und Rhizopus Verursacher akuter Pilzinfektionen, den so genannten Mucor-Mykosen. Durch den Atmungs- oder Speisetrakt dringen die Pilzsporen in den Körper ein.

Die Sporen können sowohl durch die Luft als auch durch Wasser verbreitet werden. Bislang sind durch ihn keine Mykotoxine nachweisbar. Er kann bei sensibilisierten Personen Allergien auslösen. Die Gattung umfasst wichtige Lebensmittelverderber, die häufig auf faulenden Früchten, in Gemüse, auf Getreide, aber auch auf Mist und Kot zu finden sind.

Ihre Vertreter finden sich häufig auf Pferde- oder Kuhmist. Außerdem sind diese Arten häufig an der Kompostierung von Pflanzenresten beteiligt und finden sich auf Lebensmitteln wie Milch, Butter, Käse und Tomaten.

Lebensraum:

Er wächst bei Temperaturen von 1 – 30°C mit einem Optimum bei 22°C. Sie benötigen eine relativ hohe Feuchte des Nährmediums (aw-Wert 0,93). Die Kolonien der verschiedenen Arten wachsen meist auffallend hoch und luftig-wollig, was sie von den meisten Schimmelpilzen mit ihrem flach samtigen Wachstum unterscheidet. Die Färbung der Hyphen bzw. Kolonien ist meist hellgrau bis gelblich-grau. Im Innenraum tritt Mucor oft bei Feuchteschäden auf und kann dann eingeatmet zu allergischen Erscheinungen führen.

Im Innenraum sollte eine zu hohe Luftfeuchte vermieden werden und ggf. auftretender Befall an Mauerwerk umgehend desinfiziert werden. Entsprechende Pilz-Arten wurden auch im Hausstaub gefunden.

Zur Gattung Mucor gehören folgende Schimmelarten:

  • Mucor pusillus, Mucor plumbeus, Mucor racemosus, Mucor hiemalis, Mucor circinelloides
Schimmelbefall durch Stachybotrys

Schimmelbefall durch Stachybotrys nach Wasserschaden

Stachybotrys Chartarum ist in Innenräumen meist nach Wasserschäden zu finden. Er gilt als Zerstörer von zellulosehaltigen Materialien wie Gipskartonplatten, Tapeten usw.

In den häufigsten Fällen zeigen sich die Stachybotrys-Schimmelarten schleimig und mit schwarzer bzw. dunkelgrauer Färbung. Speziell auf Gipsbauplatten erscheint er in Form einer schwarzen Rußschicht. Ein Nachweis von Stachybotrys in Wohn- und Arbeitsräumen kann durch eine erste Probeentnahme mit einem Klebefilm (z.B. mit Tesa) erfolgen.

Erkrankungen:

Diese Schimmelarten sind Toxinbildner und gelten als Erreger der Stachybotrymykose. Die gebildeten Toxine wie z.B. Saratoxin können über die Haut aufgenommen werden.  Durch “Stachybotrys chartarum” können schon bei geringer Sporenkonzentration in der Raumluft Toxinwirkungen auftreten. Auch tote Sporen können toxisch und allergen wirken.

Zu den beobachteten Symptomen gehören u.a. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Nasenbluten, Hautreizungen

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